Neumann ' Zahnscheiden

Neumann ´ Zahnscheiden: Abbildung gezeichnet aus der Hand Neumanns
Aus Lit. Nr. 3 s.u. S. 229, Legende
239 (en-zahn.jpg)
(wenn
Bild im
Hintergrund – wohl Homepagefehler – bitte rotes Kreuz anklicken mit
linker Maustaste)
In einer Monographie setzt sich
Neumann mit
dem Aufbau des Zahnes auseinander und beschreibt dabei erstmals die
nach ihm
benannten Zahnscheiden
als eigenständige
Wandung der mit den Tomes´
Fasern ausgestatteten
Zahnkanälchen. Sie weisen besondere Widerstandsfähigkeit
gegenüber chemischen
Substanzen auf. Diese Scheiden sind seines Wissens im Gegensatz zur
seinerzeitig herrschenden Lehrmeinung keine erstarrten
Zellmembranen,
heute Lamina genannt, die mit der Zahnbeingrundsubstanz gemeinsam
verkalkt
sind.
Die Zahnkaries
stellt
einen aktiven Prozeß des lebenden Zahnes infolge eines
äußeren Einflusses mit
entzündlicher Schwellung der Zahnfasern, sowie eine Verbreiterung
der Zahnkanälchen
und der Zahnscheide dar. Eine Linderung des Zahnschmerzes ist mit Kali
chloricum möglich. Verglichen werden die pathologisch anatomischen
Vorgänge am
Zahn mit Veränderungen am Knochen. Während die Knochenkapsel
mit der
Zahnscheide vergleichbar ist, kommt dem Knochenhöhleninhalt eine
ihm völlig
eigene Bedeutung zu: Mit der Entdeckung der Markzellen als Vorstufen
der
Blutzellen im Jahre 1868 grenzte Neumann die moderne Hämatologie
von der
Pathologie ab.
Im Verlauf seiner Bemerkungen über das Knorpelgewebe und den Ossifikationsprozess lernen wir die Neumann´sche Jodreaktion auf Knorpel- und Chordagewebe kennen, eine Beschreibung, die zur Schillerschen Jodprobe führte und als Grundstein für den Glykogenstoffwechsel der Gewebe diente (Askanazy).
Literatur:
1. 1984 Neumann-Redlin von Meding, E. Neumann' Zahnscheiden und Tomes' Zahnfasern Dtsch. Zahnärztl. Z. 39 (1984) 65-69
2. 1985 Neumann-Redlin von Meding, E. Die patholog.-anat. Erkenntnisse E.Neumanns,Königsberg Vortr."Collegium Albertinum" Univ.Göttingen 8.6.85 Druck "Die ostpreuß. Arztfamilie" Ostern 1985 (sehr allgemein gefaßt hinsichtlich der Zahnheilkunde).
3. 1987 Neumann-Redlin von Meding,E. Der Pathologe Ernst Neumann(1834-1918) und sein Beitrag zur Begründung der Hämatologie im 19. Jahrhundert Demeter Verlag München 1987
Kapitel.
7.1 Das normale Zahnbeingewebe
7.1.1 Historischer Überblick bis 1860
7.1.2 Die Wand der Zahnkanäle (Tome ´sche Zahnfasern
7.1.3 Die Wand der Zahnkanäle (Neumann Zahnscheiden
7.2. Über das Wesen der Zahnkaries
7.3 Knochenkapseln und Knochenzellen
7.3.1. Historischer Überblick
7.3.2. Der Inhalt der Knochenhöhlen
7.3.3. Die Wand der Knochenhöhlen
7.4. Knorpelgewebe, Jodreaktion Neumanns für Glykogen im
Knorpelgewebe
i
4.
Neumann, E. Ernährung
des Zahngerüstes und über cariöse Zähne.
Königsberger Jahrbücher III (1862)
S.387
5. Neuman, E.:
Beiträge zur Kenntnis des
normalen Zahnbein- und Knochengewebes. Vogel Leipzig 1863 (Monographie)
6. Über das Wesen
der Zahncaries. Archiv f.
klin. Chirurgie VI (1864) S.117 - 135
7. Kali chloricum gegen
Zahnschmerz. Ibid
(1864/65) S. 200-202
8. Jodreaktion der
Knorpel- und
Knochenzellen. Archiv für mikrosk. Anatomie XIV (1877 ) S.54-59
(auch
Schultze´Archiv f. mikr. A. genannt)
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