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Gelehrtenfamilie-Königsberg
Helene
Neumann
Helene

Neumann


 
geboren: 9. November 1875 Königsberg
gestorben: 19. August 1955 Dornholzhausen- Bad Homburg im Taunus

 
Helene Neumann war die Ur-Enkelin von K.G. Hagen (1749-1829), dem Begründer der wissenschaftlichen Pharmazie für Deutschland. Ihr Großvater war der Physiker Franz Ernst Neumann (1798 - 1895), Ihr Vater der bekannte Königsberger Pathologe und Hämatologe Ernst Christian Neumann. Weiterhin war sie die Großnichte von Ernst August Hagen (1797-1880), dem ersten Kunstprofessor an der Albertusuniversität, der 1845 die Kunstakademie mitbegründet hatte.
 
Die überwiegend als Graphikerin bekanntgewordenene Künstlerin lebte von 1874 - 1942 in Königsberg und in Rauschen/Samland.

 
  
 
Haus von Helene und Ernst Neumann, Rauschen
Links der Studienpavillon, in dem die Grundzüge
der Pathologie und Hämatologie mit Benennung der
"großlymphozytären Stammzelle im Knochenmark"
benannt wurde (vergl. Ernst Chistian Neumann).

Bereits während des Besuchs der höheren Töchterschule wurde ihre mathematische und künstlerische Begabung durch privaten Zusatzunterricht gefördert.
 
Ab 1900 widmete sie sich der Plenairmalerei.
 
1903, nach dem Tode der Mutter, bezog sie ein neuerrichtetes Haus in Rauschen, Karlstr. 11, dem Haidehaus, in dem sie ein Atelier einrichtete. Nach dem Tod des Vaters 1918 mußte sie auf Grund wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Haus vermieten, bezog während der Wintermonate das Haus des Hausfrauenbundes in der Hardenbergstr. 17 in Königsberg und verbrachte die Sommermonate in einem Studienpavillon, den sich der Vater auf ihrem Grundstück ca. 1903 errichtet hatte.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Parallel zu ihrem künstlerischen Wirken (siehe Seite 2) wandte sich Helene Neumann bereits ab 1903 sozialen Aufgaben zu. Durch ihre Freundschaft zu Margarete Behm unterstützte sie tatkräftig den Gewerkverein der Heimarbeiterinnen (1904-1914). H. Neumann ist es zu verdanken, daß in Ostpreußen und damit für ganz Deutschland die erste tarifliche Bezahlung der Heimarbeiterinnen zustande kam.
 
Um 1910 ließ Helene Neumann über eine von ihrer Familie unterstützten "Helene Neumann - Stiftung" und aus dem Vereinsvermögen des "Gewerkvereins der Heimarbeiterinnen" ein Heimarbeiterinnen- Erholungsheim bauen (Architekt Max Schönwald), dem später nach ihr benannten "Helene Neumann Haus" in Sassau (Lit). Der Gewerkverein der Heimarbeiterinnen ging später in den deutschen Heimarbeiter- und Hausgehilfenverband über.

 
Ab Kriegsbeginn 1914 widmete sich Helene Neumann  in verstärktem Maße den Problemen des Hausfrauenbundes, dessen 2. Vorsitzende nach Olga Friedemann (1857 - 1935) sie wurde. In dieser Funktion gründete sie im Hausfrauenbund "die Mittelstandsküche Hufen" als Kriegseinrichtung zur Beköstigung der Bedürftigen. Infolge ihrer mathematischen Begabung übernahm sie zudem die Rechnungsführung der "Vereinigung Ostdeutscher Hausfrauenbünde" in den weitverzweigte Betrieben der städtischen und provinzialen Organisationen. Der ostpreußische Hausfrauenbund bildete - erstmals für Deutschland -  die "Meisterin der Hauswirtschaft" aus.
 
 
Weiterhin war Helene Neumann Leiterin der Königsberger Wohnungskommission und organisierte Ausstellungen und Veranstaltungen. Nach dem Tode von Olga Friedemann im Jahre 1935 leitete sie die Geschäfte des Hausfrauenbundes auf das "Deutsche Frauenwerk" 1936 über. In einer Rede zu ihrem 60. Geburtstag im Namen des Hausfrauenbundes, der wir die obigen Mitteilungen verdanken,  steht geschrieben: " Weit aber hinaus über Leistung und Begabung leuchtet die schlichte, immer nur fremde Verdienste anerkennende Anspruchslosigkeit ihres Wesens, die Lauterkeit ihres Willens und die Selbstlosigkeit ihres Handelns" (Lit. Friedemann).

 
 
Literatur:
 
 
Neumann, H.: "Helene-Neumann-Stiftung" in Sassau. Hausfrauenzeitung 1. Jg.. Nr. 12 (1912), S. 2 -3 mit Abb. und Grundrißzeichnungen des Erholungsheims
Friedemann, O.: Helene Neumann 60 Jahre - Ein Rückblick und Dank. Hausfrauenzeitung 9. Jg. Nr. 4  (1934) S.1
Neumann-Redlin von Meding, E.:Helene Neumann.
Schülerin der Damenklasse der Kunstakademie Königsberg (gegr. 1845)
. Königsberger Bürgerbrief  44 (1995) S.31-33  
(HN-DUI95.rtf)
Fotographie, 1903
Helene Neumann
Neumann_E.R.
HN_Fotografie
HN_Haidehaus_Rauschen
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HN_rauschen2
hnw_swetl3
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